Über uns
Christlicher Fundamentalismus im Fokus: Theologische Beiträge, Perspektiven und Analysen

Judith und Michael G. Schalter (Meckenheim, Rheinland Pfalz)
Du hast uns zu deinem Eigentum erschaffen und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir." Augustinus (397 n.Chr.)
Die Beiträge der Werkstattgespräche Theologie widmen sich dem Themenfeld des christlichen Fundamentalismus aus unterschiedlichen theologischen Perspektiven. Die Diskussionen beginnen jeweils mit liberal-progressiven Zugängen und führen bis zu bibeltreu-konservativen Positionen. Die dargestellten Sichtweisen spiegeln dabei nicht zwangsläufig unsere eigene theologische Haltung wider. > Literaturverzeichnis
Ein weites Feld für Missverständnisse in der Fundi-Debatte kann übrigens darin bestehen, dass mit ‚Gott‘ oft ganz Unterschiedliches gemeint ist.
Das reicht von ‚Gott‘ als gemeinsame Idee (eine Idee kann Menschen und Gemeinschaften beeinflussen, aber sie kann weder Naturgesetze durchbrechen noch sprechen oder handeln) bis hin zu ‚Gott‘ als Person (wenn Gott Gott ist, dann ist ihm nichts unmöglich) und allem dazwischen.
In den kurzen Beiträgen kann nicht dargestellt werden, von welchem Verständnis und welchem Ausgangspunkt der jeweilige Autor ausgeht.
Über uns: Wir selbst glauben an einen persönlichen Gott, der sich in Jesus Christus, durch den Heiligen Geist und in seinem Wort, der Bibel, offenbart hat – und das immer noch tut, auch jetzt in diesem Augenblick. Uns geht es nicht um Religion, sondern um eine persönliche Beziehung zu unserem Vater im Himmel, der uns liebhat – und Dich übrigens auch.
Michael: Werkstattgespräche Theologie ist ein überkonfessionelles, nicht-institutionelles Projekt.
In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger, was eigentlich gerade mit uns geschieht. Mein Eindruck ist, dass es im öffentlichen Raum, wenn es um theologische Fragen und Debatten über die Auslegung der Bibel geht, kälter geworden ist. Und härter.
Vor fast zwei Jahrzehnten habe ich unter anderem an der Goethe-Universität Frankfurt am evangelischen Fachbereich studiert – als „frommes“ Landei. Viele wissen es nicht: Der Einfluss der Frankfurter Schule steht nicht gerade für eine bibeltreue Sicht auf die Welt. Fundamentalismus war daher ein großes Thema, und wir segelten oft hart am Wind. Doch die Diskussionen blieben fair.
Irgendetwas hat sich seither verändert. Ich weiß nicht genau, wann es begann. Aber es fühlt sich anders an. Was ist los mit uns? Warum sind wir so hart geworden?
Ich denke noch immer gern an diese Zeit in Frankfurt und später Darmstadt zurück. Sie war unglaublich intensiv – und zugleich etwas ganz Besonderes. „Fundamentalismus hat an unserer Universität keinen Platz.“ Das Ironische daran: Ich war selbst einer – durch die Brille der akademischen Theologie betrachtet. Die ganze Zeit über.
Diese Jahre waren ein echtes Abenteuer. Oft jenseits der Komfortzone. Manchmal überwältigend. Sorry an meine Profs. Meinen Kinderglauben habe ich immer noch. Danke für diese Zeit. Danke, dass ihr mich ausgehalten habt.
Wir haben uns gegenseitig an unsere Grenzen geführt. Nicht immer leise. Manchmal stürmisch. Und doch begann genau dort – an dieser Grenze – leise und unerwartet etwas Neues.
Manchmal muss alles zerbrechen. Bis nichts mehr bleibt. Bis auf den Grund. Damit sichtbar wird, worauf wir wirklich gebaut haben. Damit wir endlich – wirklich endlich – Gott sehen. Nicht unsere Bilder. Nicht unsere Systeme. Nicht unsere Helden. Gott selbst.
Neben den beiden großen Kirchen in Deutschland wird derzeit auch die charismatische Welt erschüttert (2026 – Stichwort: Bethel Church u. a.). Manipulierte Prophetie. Sexueller Missbrauch. Strukturelle Vertuschung – das ganze Programm. Eine Katastrophe für die Betroffenen. Für den Glauben. Für die Glaubwürdigkeit der Kirchen. Es tut weh. Und doch liegt darin eine Chance. Denn wir folgen nicht Menschen. Nicht Helden. Nicht Bewegungen.
Wir folgen Jesus Christus. Ihm allein.
Die Frage ist nicht, ob etwas zerbricht. Es zerbricht bereits.
Herr Jesus – können wir noch einmal neu beginnen?
Studium: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main | Fachbereich Ev. Theologie
und Technische Universität Darmstadt | Institut für Theologie und Sozialethik (ev. und kath.)
Michael G. Schalter
Dipl.-Ing. FH Architektur
Master Ed. Ev.Theologie
Ruppertsberger Straße 18
67149 Meckenheim Pfalz
Telefon: 0 63 26 / 98 04 33
Mail: michael@werkstattgespraeche-theologie.de
Website: werkstattgespraeche-theologie.de

Exkurs | Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz
Exkurs | Schweiz
Podcast Geist.Zeit. Fokus Theologie, Fachstelle für Erwachsenenbildung der Deutschschweizer Reformierten Kirchen. Beitrag: Was fehlt, wenn Gott fehlt? [Bezug zu Martin Walser]
"Gott hilft nicht. Gott nutzt nicht. Gott rettet nicht.
Gott sitzt alle Katastrophen der Menschheit aus. Er hilft vermeintlich irgendwelchen Supergläubigen, einen Parkplatz zu finden. Aber gefolterte Kinder und ausgelöschte Bevölkerungen berühren ihn nicht. Es passiert gar nichts." [Minute 49:33 bis 49:54]
[Transkript Podcast-Episode: Es gilt das gesprochene Wort]
Prof. Dr. Thorsten Dietz, Theologe u. Autor, PD Systematische Theologie Philipps-Universität Marburg, seit 2022 Erwachsenenbildung: Fokus Theologie - Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (Zürich), Hauptreferent bei Worthaus, 2005-2022 Lehrauftrag Ev. Hochschule Tabor.
Dietz, T. (2025, März 2). Was fehlt, wenn Gott fehlt? In T. Dietz & A. Loos (Moderatoren), Podcast Geist.Zeit. Fokus Theologie, Fachstelle für Erwachsenenbildung der Deutschschweizer Reformierten Kirchen. Abgerufen am 02..03.2025 von geistzeit.podigee.io/51-was-fehlt-wenn-gott-fehlt
Das hat mich gleich angesprochen. Ich bin superfromm (bitte nicht meine Frau fragen) und Gott hat mir tatsächlich einen Parkplatz besorgt. Wirklich.
Die Vorgeschichte zum Parkplatz war in so einem Keller von einer Uniklinik in Heidelberg. Vielleicht kennt das jemand: Du wartest auf das Ergebnis vom MRT, und dann kommt die Schwester: "Alles in Ordnung", und du kannst endlich nach Hause.
An dem Tag kommt aber niemand, gefühlt stundenlang. Irgendwann kommt keine Schwester, sondern der Professor und bittet dich in sein Büro. Auf dem Flur hängen Bilder vom Meer, vom Himmel und von Wolken. Du weißt, dass das das Ende ist – von allem. Dass es ab diesem Augenblick nie mehr so sein wird wie vorher.
Unser damals erstes Kind hatte im Alter von 1 Jahr ein Neuroblastom, Überlebensaussichten so mittel (besonders bösartige Variante), vorausgesetzt, der Tumor streut nicht. Jetzt, ein Jahr später, ist genau das passiert. "Ist es vorbei?" Professor: "Ja."
Wir wussten, was jetzt kommt. Es gibt Menschen, die waren auf einer Kinderkrebsstation, und es gibt solche, die es nicht waren. Wir gehörten zu den Ersteren.
Nach dem Wochenende, das letzes mal an unserem Lieblingsplatz in den Bergen, fahren wir unser Kind zur Aufnahme in die Kinderonkologie - ein One-Way-Ticket. Auf dem Kindersitz ein fröhlich und unbeschwert singendes Kind, mit einem Papa am Steuer, der seinen kleinen Sohn gerade Richtung Hölle fährt, das weiß er aber nicht. Nach der Beerdigung werde ich Gott absagen, für immer.
Und Gott schenkt uns einen Parkplatz!
Was wir in diesem Moment nicht wissen: Er hat unser Kind bereits formlos von allen Metastasen geheilt – spontan, vollständig, bis heute.
Öfters höre ich in erweckten Kreisen von der Erzählung, dass Gott vorwiegend mit der Parkplatzsuche für superfromme Christen beschäftigt ist.
Bei uns war das tatsächlich so. Wissen Sie, wie schwer es ist, einen Parkplatz in Heidelberg zu bekommen - vor der Uniklinik?
Ich weiß, dass dies keine Antwort auf die Theodizeefrage ist und auch nicht darauf, warum ein Mensch aus freiem Willen Böses tun darf – aber wir haben persönlich erlebt, dass Gott da ist und dass Er lebt. Wirklich!
Michael Schalter (Meckenheim | Pfalz)

Parkplatz nur für Kirchenbesucher – Zuwiderhandelnde werden getauft.


